Die Schleimhaut in Hals und Rachen
Jeden Tag vollbringen Hals und Rachen wahre Wunder: Wir atmen, sprechen, schlucken und verteidigen uns unbewusst gegen zahllose „Angreifer“ aus der Umwelt. Doch hinter all diesen lebenswichtigen Vorgängen steht eine stille, oft übersehene Heldin: die Schleimhaut. Höchste Zeit, dieses unscheinbare Gewebe mal genauer unter die Lupe zu nehmen und zu verstehen, wie es unsere Gesundheit schützt und unterstützt.
Wie ist die Schleimhaut aufgebaut?
Die Schleimhaut dient dazu, innere Hohlräume unseres Organismus auszukleiden. So befinden sich Schleimhäute beispielsweise im Verdauungstrakt, in den Bronchien, in der Nase, aber auch in Hals und Rachen. Dort wird die Schleimhaut in zwei Gewebsschichten eingeteilt: Die oberste ist die Epithelschicht, die aus sogenanntem Flimmerepithel besteht. Dies können Sie sich wie einen riesigen Teppich vorstellen, der sich aus Millionen von Zellen mit beweglichen Härchen – den Flimmerhärchen – zusammensetzt. Zwischen diesen Flimmerhärchen sitzen einzelne Becherzellen. Sie sind dafür verantwortlich den Zellteppich zu befeuchten, indem sie einen durchsichtigen, wässrigen Schleim produzieren. Unter dem Epithelgewebe liegt eine Bindegewebsschicht, die unter anderem Blutgefäße, Nerven und Lymphgewebe enthält.

Allrounder in Hals und Rachen: Die Aufgaben der Schleimhaut
Die Schleimhaut ist ein wahres Multitalent. Mit ihren unterschiedlichen Funktionen trägt sie dazu bei, dass Hals und Rachen ihre täglichen Herausforderungen mühelos bewältigen.
- Schutzfunktion: Als Teil unserer Immunabwehr bildet die Schleimhaut eine physische Barriere gegen Bakterien, Viren und andere ungebetene Gäste. Der Schleim enthält Enzyme und Antikörper, die Krankheitserreger gezielt bekämpfen können.
- Befeuchtung: Die Schleimhaut sorgt dafür, dass alles schön „geschmeidig“ bleibt – sie produziert ständig Schleim, der die Oberfläche feucht hält, was essenziell fürs Schlucken, Sprechen und Atmen ist.
- Selbstreinigung: Im oberen Rachenraum agiert das Flimmerepithel der Schleimhaut wie eine Art Mini-Förderband: Die Flimmerhärchen bewegen Staub, Pollen oder andere Partikel wellenartig Richtung Mund, wo sie entweder geschluckt oder ausgespuckt werden können – und das mit beeindruckenden 1000 Schlägen pro Minute.
- Sensorische Funktionen: In der Schleimhaut sitzen unzählige Nervenzellen, die auf alles Mögliche reagieren – von Temperatur bis Druck. So merken wir sofort, wenn etwas stört, sei es ein Fremdkörper oder eine beginnende Entzündung.
Warum die Schleimhaut in Hals und Rachen unsere Aufmerksamkeit verdient
Von Umweltfaktoren über Krankheitserreger bis hin zu mechanischen Reizen – die Schleimhaut in Hals und Rachen ist tagtäglich den unterschiedlichsten Belastungen ausgesetzt. Damit sie diesen ständigen Beanspruchungen standhalten kann, ist es wichtig, dass die sie gut befeuchtet und intakt bleibt. Trockene Raumluft, unzureichende Flüssigkeitszufuhr, dauerhafte Mundatmung oder beispielsweise Rauchen können dazu führen, dass die Schleimhaut austrocknet und sie so ihre Barrierefunktion nicht mehr aufrechterhalten kann. All die ungebetenen Gäste und äußeren Einflüsse – vor denen sie uns eigentlich schützt – haben so leichteres Spiel. Wenn sich dann Viren oder Bakterien auf den Weg machen, kann das zu einer Reizung und Entzündung der Schleimhaut führen, was Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Rötungen verursachen kann.
Auch Allergien können sich bei der Schleimhaut bemerkbar machen: Kommen beispielsweise Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare in Kontakt mit unseren Atemwegen hat das eine Überreaktion der Schleimhäute zur Folge. Das kann sich in Form von Schwellungen, erhöhter Schleimproduktion und Reizungen äußern.
Die Schleimhaut in Hals und Rachen ist also ein empfindliches System, das durch zahlreiche Faktoren aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann. Umso wichtiger ist es, ihnen etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken und die Schleimhäute zu pflegen.